Lyrik - Anita Menger
Abendschimmer
Noch eben stand Prinz Lenz im Zimmer.
Das Bild verblasst und dir wird klar,
der Glanz verweht, bleibt nicht für immer.
Zu Ende neigt sich Jahr um Jahr.
Gen Süden zieht die Vogelschar.
Doch golden strahlt im Abendschimmer
was wirklich von Bedeutung war.
(Anita Menger)
Ein Hauch von Sommer
Von Tulpen ist nur Welkes noch zu sehen.
Auch Veilchen und Narzissen sind verblüht.
Alsbald in reicher Fülle da zustehen
zeigt sich der Rosenstock jetzt sehr bemüht.
Das Gänseblümchen schmückt die grünen Wiesen,
Geranien beleben den Balkon.
Die Akelei'n in bunter Vielfalt sprießen,
am Feldrain grüßt der leuchtend rote Mohn.
Natur im Kreislauf - Werden und Vergehen.
Nach starrem Schlaf in Winters kalter Gruft
lässt sie der Frühling wieder auferstehen.
Umworben noch von süßem Fliederduft
spürst du bereits: Auch er wird bald verwehen -
schon liegt ein Hauch von Sommer in der Luft.
(Anita Menger)
Herbstbeginn
Ein Wispern und Raunen
in Büschen und Bäumen.
Der Wind peitscht die Äste -
jagt Wolken umher.
Schon lassen sich ahnen
die herbstlichen Stürme.
Die Strahlen der Sonne
sie wärmen kaum mehr.
Die Äpfel sie reifen
der Ernte entgegen.
Nicht lange dann sind sie
bereit zum Verzehr.
Ein blattbunter Teppich
liegt uns dann zu Füßen
und Zugvögel rüsten
zum Flug übers Meer.
(Anita Menger)
Kerzenschein
Der Zauber dieser stillen Zeit
fängt sich im Kerzenschein.
Auf Tannenzweig und grünem Kranz
umwirbt er uns im Flammentanz
und zieht mit weihnachtlichem Glanz
in uns're Herzen ein.
(Anita Menger)